Dipl.-Ing. Rudolf Hubauer

- 09/11/1977 in Linz
- XING: Rudolf Hubauer
- facebook: Rudolf Hubauer
- facebook: BOXmover.eu
- Curriculum Vitae
- Gymnasium und Realgymnasium der Jesuiten Kollegium Aloisianum Linz
- Höhere technische Bundeslehranstalt für Maschinenbau (HTL) in Linz – Allgemeiner Maschinenbau
- Technische Universität Wien (TU – Wien) – Bauingenieurwesen und Individuelles Diplomstudium (Wirtschaftsingenieurwesen – Baumanagement)
Interview mit Geschäftsführer DI Rudolf Hubauer
Die Firma BOXmover GmbH, 2004 von DI Rudolf Hubauer gegründet, ist ein junges, oberösterreichisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Umsetzung innovativer Schwerlast, Lager- und Umschlagstechnologien spezialisiert hat.
Der Unternehmensgegenstand umfasst die Realisierung und Vermarktung einer maßgeschneiderten Umschlaglösung für standardisierte Ladeeinheiten. Neben einer umfassenden Planung, Projektentwicklung und Projektinitialisierung gehören weiters die innovative Komponentenentwicklung und deren Umsetzung zur Produktpalette des Unternehmens. Die Qualität, Wirtschaftlichkeit und Funktionalität der patentrechtlich geschützten Produkte stehen klar im Vordergrund. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, arbeiten wir in einem breit aufgestellten Firmennetzwerk, wodurch ausführliche technische Beratung, sorgfältige Planung, ständige Projektbetreuung und ein erstklassiger Technologieservice gewährleistet werden.
Der Firmensitz befindet sich im Zentrum von Linz, wobei seit Juni 2007 ein Großteil der Bürokapazitäten in das TIZ Technologie- und Innovationszentrums St. Florian bei Linz verlagert ist. Die Konstruktion und Fertigung findet in Partnerwerken in Oberösterreich und Salzburg, sowie teilweise auch in der Slowakei statt.
Neben der Entwicklung und dem Vertrieb von komplexen Umschlagsystemen werden darüber hinaus Spezialentwicklungen, die im Zuge der Entwicklung der BOXmover.eu – Containerumschlagtechnologie entstanden sind, als eigenständige Produkte vertrieben. Dazu gehören Krankonstruktionen, sowie insbesondere Berechnungs- und Konstruktionserfahrungen im Bereich von mehrstufigen Teleskophydraulikzylindern basierend auf der "Methode der finiten Elemente". Im Bereich der CANOPEN – Datenerfassung stehen Eingabe/Ausgabe – Module mit 16bit Datenauflösung und integrierten Überlastungsschutzvorrichtungen inkl. frei programmierbaren Schnittstellen zur Verfügung.
Im Gespräch mit DI Rudolf Hubauer, Geschäftsführer der BOXmover GmbH
Wussten Sie schon immer, dass Sie sich im Zuge Ihrer beruflichen Laufbahn mit technischen Innovationen auseinandersetzen wollen?
Das breite Themengebiet der Technik hat mich schon immer interessiert. Aus diesem Grund habe ich die HTL für Maschinenbau in Linz besucht. Nach der maschinenbaulichen Ausbildung war für mich klar, dass ich weiter studieren will, aber meinen Horizont erweitern möchte. Aus diesem Grund suchte ich mir eine andere, komplementäre Technikrichtung aus. Dabei ging ich nach dem Ausschlussverfahren vor – nachdem Maschinenbau nicht mehr weiter in Frage kam, mir Elektrotechnik zu abstrakt war und ich Informatik als eine zu sehr trendbezogene Studienrichtung sehe, blieb somit nach reiflicher Überlegung nur der klassische Ausbildungsweg Bauingenieurwesen über, da Mechatronik in Wien zu dieser Zeit nicht gelehrt wurde. Da ich schnell erkannte, dass ein Techniker seine angestrebten Ziele nur optimal erreichen kann, wenn er auch die wirtschaftlichen Bereiche eines Unternehmens beherrscht, habe ich zusätzlich an der Wirtschaftsuniversität Wien Lehrveranstaltungen besucht, um mir dieses Wissen anzueignen.
Was waren die Beweggründe für die von Ihnen gewählten Schwerpunkte im Zuge Ihrer Studien?
Im Zuge der Ausbildung wollte ich mich auf eine Fachrichtung spezialisieren, die sowohl maschinenbauliche, als auch Elemente des Bauingenieurswesen, der Wirtschaft und des Anlagenbaus aufgreift. Dabei stieß ich auf den Zweig der Logistik, da dieser alle drei Fachrichtungen umspannt, um Logistik-Technik optimal umsetzen zu können. Sämtliche freie Wahlfächer versuchte ich so zu kombinieren, dass ich den Ausbildungszweig Wirtschaftsingenieurwesen/Baumanagement mit Schwerpunkt Logistik umsetzen konnte. Durch diese persönliche Vision fiel das Lernen und Studieren sehr leicht und ermöglichte eine rasche Beendigung der Ausbildung.
Würden Sie Ihren Studienalltag als einen klassischen beschreiben?
Obwohl ich ein halbes Jahr neben dem Studium gearbeitet habe, gab es kaum eine Studentenparty, auf der ich nicht anzutreffen war. Trotzdem stand das Lernen immer im Vordergrund. Ich fand für mich einen Weg, wie ich das Wissen schnell und effektiv aufnehmen konnte. Zu diesem Zweck war es für mich notwendig, gute Bücher und verständliche Skripten zu nützen und weniger den klassischen Frontalunterricht. Der universitäre Allgemeintrend entwickelte sich immer mehr zu einem Schulbetrieb, wobei ich dieser Entwicklung eher skeptisch gegenüberstehe und mir etwas mehr Individualität und Gestaltungsspielraum in Bezug auf die Studienplanung gewünscht hätte. Da ich bereits während des Studiums an meinen Entwicklungen arbeitete, war der Wunsch sehr groß, das Studium möglichst rasch zu beenden, um mich den beruflichen Herausforderungen zu stellen. Rückblickend gesehen, hätte ich mir vielleicht ein Jahr mehr Zeit geben sollen und ein Auslandssemester an einer renommierten amerikanischen Universität zu absolvieren.
Aus dem Lebenslauf geht hervor, dass Sie bereits während Ihres Studiums ein Patent entwickelt haben. Wie kam es dazu?
Dies ergab sich eher mehr durch Zufall – im Rahmen von mehreren Projektarbeiten wurde immer wieder die Thematik Hochregallager angesprochen, wobei sich bei näherer Betrachtung herausstellte, dass stets die gleiche Technologie angewandt wurde und jeder Anbieter immer die gleichen Lösungsvorschläge brachte, die nicht wirklich anspruchsvoll waren. Diese Gegebenheit nahm ich als Anlass zu tüfteln und überlegte, wie es für besondere Anwendungsfälle, zum Beispiel im Zusammenhang mit extrem schweren Gütern, Lösungsvorschläge gebe könnte. Nach einigen Versuchen entstand ein Konzept für ein dynamisches Lagersystem. Die weiteren Entwicklungsschritte ergaben sich im Großen und Ganzen von selber. Im Zuge einer Projektarbeit führte ich eine Patentrecherche durch und das Patentamt bestätigte mir, dass ein solches Konzept noch nicht registriert sei. Also habe ich mein Erspartes zusammengekratzt und eine Patenteinreichung durchgeführt. Vorbild während dieser Arbeit war stets mein Großvater, der auch erfolgreich ein Patent vermarktet hat. Da ich nicht nur als Erfinder gelten wollte, sondern auch einen Profit aus meiner Entwicklung ziehen wollte, habe ich einige Firmen in Österreich angeschrieben und mein Konzept präsentiert. Ich erhielt sofort von der MCE Voest eine positive Rückmeldung. Nach einigen Gesprächen merkten wir, dass wir auf der gleichen Wellenlänge agieren und die Kooperation war nur mehr eine Formsache.
Sind Sie dann in die MCE Voest als Mitarbeiter eingetreten?
Nein, die Frage hat sich nicht gestellt. Wir arbeiteten stets in einer sehr losen Kooperation zusammen, in der ich sehr viele Freiheiten hatte. Somit war ich von Beginn meiner Entwicklungstätigkeit an für mich selbst verantwortlich und der Weg in die Selbständigkeit war quasi vorprogrammiert, ohne Alternativen überhaupt angedacht zu haben.
Haben Sie den Schritt in die Selbständigkeit in manchen Momenten bereut?
Ja, wenn ich immer wieder lese: eine 40-h Woche, fünf Wochen Urlaub im Jahr, bezahlter Krankenstand, Ausgleichstage und sonstige soziale Errungenschaften… Von diesen Dingen kann ich leider nicht profitieren, aber ich bin mit meinem Halbtagsjob von 8-20 Uhr durchaus zufrieden.
Hätten Sie rückblickend manche Dinge vielleicht anders gemacht?
Ich habe meine Erfahrungen gemacht und darauf bin ich stolz. Ob es vielleicht für das ein oder andere Problem einen leichteren Lösungsweg gegeben hätte, ist schwer zu sagen. Schlussendlich ist der Weg, den ich gegangen bin, mein Weg! Ob der Weg zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Ziel führt, wird die Zukunft zeigen. Den Weg zu gehen, hat mich sehr geprägt und ich würde diese Erfahrung keinesfalls missen wollen.
Wie kam der Sprung von der Lagerlogistik zur Containerlogistik?
Im Zuge der Weiterentwicklungen des Dynamisches Container Umschlag Systems (DCUS) stellte sich heraus, dass sich mein Patent besonders für das Manövrieren schwerer, genormter Ladeeinheiten eignet - somit war die Überleitung zur Containerlogistik naheliegend. Parallel dazu wurden aber auch Stahlcoil-Lagersysteme, (Heiß)Brammen-Lager und Walzlager für die Stahlindustrie, basierend auf der gleichen Technologie, entwickelt. Da ich den ganzheitlichen Aspekt in dieser Aufgabe sah, wurden nicht nur die Technologien entwickelt, sondern auch analysiert unter welchen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Gegebenheiten diese zum Einsatz kommen können. Es zeigte sich, dass die Lagertechnologie besonders geeignet ist, Containerumschlagplätze als Zwischenpufferlager zu verwenden, um Spitzenkapazitäten abfangen zu können. Der Einsatz dieses Systems ließ sich weiters sehr gut wirtschaftlich darstellen. Um die Vorteile des Containertransports weiter zu analysieren, habe ich mir alle Akteure einer Transportkette angesehen und festgestellt, dass ein weiteres Manko beim Endkunden in Bezug auf die dezentrale Verteilung der Ladeeinheiten in der Fläche gegeben ist. Hier stand man vor einem ähnlichen Problem wie zu Beginn der Entwicklung des Lagersystems: es standen dem Markt nur Produkte in Form von klassischen Kransystemen zur Verfügung, die in Form und Umschlagleistung skalierbar sind. Da ein vollbeladener Container mit einem herkömmlichen Mobilkran nicht wirtschaftlich umgeschlagen werden kann, bestand hier ein großer Entwicklungsbedarf und dieser Aufgabe stellte ich mich.
Wie ist die Idee für die BOXmover.eu-Technologie entstanden?
Die wesentlichen Herausforderungen, welche die Konstruktion und den Einsatz von Kransystemen darstellen, resultieren aus dem Auftreten von Lastmomenten. Um eine gewisse Umschlagleistung zu gewährleisten, sind Konstruktionen notwendig, die sich durch ein enorm hohes Eigengewicht auszeichnen, wodurch die Transportleistung maßgeblich negativ beeinflusst wird. Somit galt es eine Konstruktion zu entwickeln, die strukturelle Vorteile gegenüber bekannten Kransystemen aufweist und zum Beispiel das Auftreten von Lastmomenten verhindert – genau das ist mit der BOXmover.eu-Containerumschlagtechnologie gelungen. Die beiden Hydraulikarme, die eine momentfreie Lastaufnahme gewährleisten, basieren auf dem Prinzip eines Kraftdreiecks, das eine hohe Umschlagleistung gewährleistet und in der Lage ist, Kräfte momentfrei abzuleiten.
Was waren Ihrer Meinung nach die Meilensteine während des gesamten Entwicklungsprozesses der BOXmover.eu-Containerumschlagtechnologie?
Im ersten Schritt auf jeden Fall die Entwicklung des grundlegenden Funktionsprinzips und die damit verbundene Patentanmeldung. Anschließend die Entwicklung der Hauptkrankomponente, wobei man sich hier sehr viel von bestehenden Kranherstellern abgeschaut hatte, jedoch gleich von Beginn an klar war, dass man technologisch einen Schritt weiter sein wird und zum Beispiel mit neuesten und modernsten Materialien arbeiten wird.
Schritt Nummer zwei war die Hydraulikzylinderentwicklung – hier insbesondere die Teleskopzylinderkonstruktion, die sowohl von uns konstruiert, berechnet, zertifiziert, produziert, geprüft und überarbeitet wurde. Ein weiterer Meilenstein basiert auf der Steuerung des gesamten Systems: es musste auf mehrere Dreiecke reduziert werden, die mit einer Computersteuerung berechnet wurden. Hierfür war es notwendig, von jedem Hydraulikarm samt seinen Komponenten Länge und Winkel zu wissen, um über die Winkelfunktionen Sinus-Cosinus und Pythagoras allfällige Berechnungen anstellen zu können. Die Entwicklung der dafür notwendigen Längenmesssysteme war ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung, da eine solche Technologie am Markt bisher nicht verfügbar war. Anschließend wurde die Software zur Steuerung des Systems entwickelt. Diese höchst komplexe Aufgabe lagerten wir nicht in eine Kooperationsfirma aus, sondern übernahmen wir persönlich. Da herkömmliche Rechen-, PC-Steuerungsmethoden nicht geeignet waren, beschloss man zuerst mit einer herkömmlichen SPS-Steuerung, basierend auf einer Leiterplattensteuerung, zu arbeiten. Über eine Mikroprozessorsteuerung als Zwischenschritt gelang schließlich die Entwicklung einer hochmodernen SPS-Steuerung. Mit der Datenerfassung wurde über ein ähnliches Prinzip verfahren: eine zunächst analoge Aufzeichnung wurde später durch eigens entwickelte CAN-OPEN-Module ersetzt.
Im Jahr 2007 konnte nach dreijähriger Engineeringphase der erste Prototyp gebaut werden. Damit konnten wir die prinzipielle Funktion des Systems zeigen, jedoch waren die einzelnen Komponenten untereinander noch nicht so aufeinander abgestimmt, dass sich eine kontinuierliche Bewegung einstellte. Hierfür war es notwendig, jede Komponente nochmals in Abhängigkeit von den anderen, sowie im Einklang mit dem Gesamtsystem, zu überarbeiten. Diese Entwicklung mündete 2009 in der Produktion des funktionstüchtigen Umschlagsystems. Parallel dazu erfolgte eine europaweite Markenregistrierung und erste strategische Marketingmaßnahmen wurden umgesetzt. Ein Industriedesigner erarbeitete etwa ein Darstellungskonzept für den BOXmover.eu, das ein modernes Äußeres verlieh, um über einen besseren Wiedererkennungswert zu verfügen.
Die Arbeit im Jahr 2010 war von der Arbeit an der Reproduzierbarkeit und Serienüberleitung des gesamten Systems geprägt. Darüber hinaus wurden unterschiedliche Varianten wie zum Beispiel das Sattelfahrgestell und die Variante für 20ft Container realisiert.
Der Markteintritt erfolgte schließlich 2011 und alle drei Systemvarianten stehen nun uneingeschränkt zur Verfügung.
Wo sehen Sie heute die zentralen Herausforderungen für den Logistiksektor und den darin gebündelten komplexen Verflechtungsstrukturen, die in Abhängigkeit zueinander stehen, um einen reibungslosen Transportvorgang zu gewährleisten?
Eine Transportkette ist immer abhängig von vielen Faktoren: Ware muss produziert werden, verpackt sein, übergeben werden und abholbereit sein. Dieser komplexe Vorgang basiert auf vielen Abhängigkeiten der einzelnen Akteure einer Transportkette. Teilweise können diese Abläufe eigenständig gesteuert werden, teilweise ist man jedoch auf die infrastrukturellen Gegebenheiten der Umgebung angewiesen. Da der gesamte Logistikbereich ein sehr heikles Instrument darstellt, da zum Beispiel Verspätungen und Lieferverzögerungen den gesamten Transportablauf maßgeblich negativ beeinflussen, sind diese tunlichst zu vermeiden Das Thema Supply-Chain-Management schluckt aus diesem Grund enorm viele Kapazitäten. Mit der BOXmover.eu-Containerumschlagtechnologie können wir die Abhängigkeiten in der Transportkette eliminieren und somit zu einer Entbündelung der Logistikknoten durch flexible Beistellung der Ladeeinheiten beitragen.
Welche Vorteile bietet die Verwendung des BOXmover.eu dem Logistikmarkt?
Die BOXmover.eu-Containerumschlagtechnologie zeichnet sich durch mehrere maßgebliche Vorteile aus. Die grundlegende Errungenschaft dieser innovativen Entwicklung resultiert aus der Tatsache, maßgeblich zur Entbündelung von Logistikknoten beizutragen, woraus sowohl dem Kunden, als auch in Bezug auf den Umweltschutz Vorteile entstehen. Der BOXmover.eu ist in der Lage, jede standardisierte Ladeeinheit an jeder beliebigen Stelle zu be- oder entladen und kann darüber hinaus als mobile Lagermöglichkeit verwendet werden. Weiters ist ein flexibles Umschlagen der Ladeeinheit von der Schiene auf den LKW möglich, ohne auf den Einsatz von speziellen Ladekränen, Laderampen, Kränen oder Staplern angewiesen zu sein. Aus diesem Grund ist eine individuelle Transportroutenplanung möglich und Stoßzeiten können somit umgangen werden, da der Containerumschlag unabhängig von der Infrastruktur erfolgen kann. Die Planung der Route, die der LKW während des Transportvorgangs zurücklegt, kann dank des BOXmover.eu individuell erfolgen, wodurch zum Beispiel die Verkehrsüberlastung zu Stoßzeiten umgangen werden kann. Dieser Vorteil trägt zur Umsetzung eines flexiblen Transportmanagements durch geringe Stehzeiten bei und gewährleistet dem Anwender dadurch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Also ist der Logistiker dem Phänomen Stau nicht machtlos ausgeliefert?
Genau! Wie aus den Erklärungen zur vorangegangenen Frage hervorgeht, ist dies nicht der Fall, da der Einsatz des BOXmover.eu im Zuge eines Transportvorgangs nicht an die Gegebenheiten der Infrastruktur angepasst werden muss und somit eine individuelle Routenplanung außerhalb der Stoßzeiten ermöglicht wird.
Hat dies auch einen positiven Einfluss auf den Umweltaspekt?
Ja, auf alle Fälle! Durch die Ungebundenheit an zentralisierte Lager- und Umschlagplätze kann der Gütertransport außerhalb der Stoßzeiten stattfinden, weshalb eine verkehrstechnische Entlastung im gesamten Straßennetz gewährleistet wird. Dieser Vorteil hebt den BOXmover.eu maßgeblich von anderen Transportmöglichkeiten ab. Der BOXmover.eu trägt signifikant zur Reduktion der Verkehrsüberlastung im Bereich des Schwerverkehrs bei, da ein Transport aufgrund der autarken Verladevorrichtung, die zeitliche Flexibilität bei der Übernahme und Übergabe der Ladeeinheit gewährleistet, außerhalb der Stoßzeiten durchgeführt werden kann. Die Möglichkeit, Container mittels des BOXmover.eu unkompliziert auf Züge zu verladen, leistet weiters einen großen Beitrag zum Umweltschutz, da auf den Transportweg Straße in großem Umfang verzichtet werden kann. Das System des kombinierten Güterverkehrs schafft eine ideale Symbiose zwischen dem Transportmittel LKW und Bahn und gewährleistet somit den Mobilitätsanspruch, sowie die Erfüllung des "Just in Sequence"-Prinzips. Die Einsatzmöglichkeit des BOXmover.eu im Kombinierten Ladungsverkehr auch unter dem Fahrdraht setzt für die Möglichkeit des Umschlagvorgangs zwischen LKW und Schiene neue Maßstäbe.
Wie würden Sie die Firmenphilosophie Ihres Unternehmens beschreiben?
Mir ist es wichtig, dass ich gerne zur Arbeit gehe und ich Spaß daran habe. Das Gleiche soll für meine Mitarbeiter gelten. Ein angenehmes Betriebsklima, das auf freundschaftlicher Zusammenarbeit im Team basiert, ist eine meiner obersten Prämissen. Ich setze alles daran, mein Unternehmen zum Wachsen zu bringen - wie ein Kind, das man auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleitet.
Wo sehen Sie sich und Ihr Unternehmen in den nächsten fünf Jahren und wie schätzen Sie die Entwicklung des Logistiksektors in absehbarer Zukunft ein?
Ein wesentlicher Schritt wird sein, den Markteintritt 2011 mit möglichst wenigen Kinderkrankheiten bestmöglich zu überstehen und anschließend ein moderates, gesundes Wachstum zu erreichen und step by step sich Hot Spots in Europa aufzubauen, wodurch ausgehend vom deutschsprachigen Markt sukzessive die angrenzenden Staaten erschlossen werden sollen. Wir rechnen damit, dass wir in den jetzigen Strukturen eine Produktionskapazität von 80-100 Einheiten pro Jahr realisieren können. Sobald dieses Marktpotential absehbar ist, werden Überlegungen getroffen, entweder mit etablierten Unternehmen stärker zu kooperieren oder eigene Assembley-Möglichkeiten zu schaffen, um eine Produktionsschwelle von 200-250 Einheiten pro Jahr erklimmen zu können. Da das Marktpotential von diversen staatlichen und privaten Forschungs- und Verkehrsinstitutionen mit um die 1000-2000 Einheiten beziffert wird, wird eine Franchise-Lösung für den nicht-deutschsprachigen Raum angedacht.
